Im Rahmen eines besonderen Schulprojekts durften wir am Montag, 16.03.2026 eine Virtual- Reality- Vorstellung des Stücks „Der Sandmann“ von dem Staatstheater Augsburg erleben. Es ist eine Kombination aus klassischem Puppentheater, Schauspiel und modernster Virtual- Reality Technologie, welche die Aufführung zu einem einzigartigen Erlebnis machte. Zunächst wurde uns erklärt was passieren wird, daraufhin wurden wir direkt selbst Teil der Geschichte. Durch die ausgeteilten VR-Brillen tauchten wir in eine völlig neue Welt ein, die Mischung aus Marionetten und digitaler Technik erzeugte eine ganz besondere Atmosphäre. Die Grenzen zwischen Realität und digitaler Darstellung verschwammen immer mehr. Genau dieser Eindruck ist der zentrale Fokus gewesen. Wie sehr beeinflusst künstliche Technologie unsere Realität und Wahrnehmung?

Wir wurden in die wahnhafte Welt zwischen Realität und Fiktion des Protagonisten Nathanael versetzt. Die Augen, um die es inhaltlich und zentral geht, sind bei den Marionetten als Glasaugen verbaut. Nathanael benutzt perspektiv eine rosarote Brille. Diese wurde ihm von Coppelius, den er in der Geschichte für den Sandmann, den mysteriösen Augensammler, hält, verkauft. Durch die rosarote Brille, die Nathanael nicht mehr ablegt, hat er einen totalen Realitätsverlust, meint Dinge lebendiger und aufregender zu sehen und vergisst sogar seine Verlobte, Clara. Er verliebt sich in Olimpia. Durch die Brille wird der perfekte Eindruck der neuen Liebe aufrecht gehalten, jedoch sind Olimpias Hände eiskalt und leblos, genau wie ihre Ausdrucksweise. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass Olimpia ein Automatenwesen ist, das von einem anderen Wissenschaftler, Spalanzani, erschaffen wurde. Nathanael, völlig im Realitätsverlust, beendet Spalanzanis Leben. Der Protagonist wird in eine Psychiatrie eingewiesen. Nach dem Aufenthalt besteigt Nathanael mit seiner Verlobten einen Aussichtsturm. Jedoch ohne Happy End. Er entdeckte Coppelius, der ihm seine schlechten Erinnerungen wieder ins Gedächtnis ruft. Nathanael stürzt bei dem Versuch Clara hinabzustürzen selbst von dem Aussichtsturm in den Tod.

Die moderne Parabel fokussiert sich auf den Verlust von Realität. Die psychotische Angst vor dem Sandmann wird hautnah dargestellt. Thematisiert werden KI- generierte Bilder und die Unfähigkeit, die Wahrheit und Wirklichkeit zu erkennen. Das Gefühl des Erlebens erweckt eine ganz neue, nachdenkliche Atmosphäre. Angst, Verdrängung und die Frage nach der Echtheit. Nathanael selbst ist anfangs der Geschichte klar, als er zu Clara sprach, dass Coppelius deren „Glück zerstören wird“. Anfangs wird noch nicht deutlich weshalb. Das Eintauchen in diese Welt hat uns einen unvergesslichen Einblick ermöglicht, den wir nie vergessen werden.

Bericht: Kylie Ried

Bild: Frau Bolte